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In den 60er Jahren begann das zweite Jahrzehnt für Massey Ferguson, und das Unternehmen feierte die gewaltige Umsatzsteigerung seit den späten 50ern. Der Oktober 1960 läutete für viele das Ende einer Ära ein, als Harry Ferguson im Alter von 85 Jahren verstarb; sein Geist lebt in jedem Massey Ferguson weiter.

Im Jahr 1960 führte das Unternehmen seine starke Tendenz fort, als im französischen Beauvais ein neues Traktorwerk offiziell eröffnet wurde. MF kaufte die italienischen Traktorunternehmen Landini und Figli SpA auf.

Im Folgejahr hatte der Umsatz ein Rekordhoch erreicht. Beauvais produzierte gerade den Traktor MF 25, der später in Frankreich und Deutschland verkauft wurde; außerdem begann die Produktion im indischen Madras. 1961 stieg das Unternehmen vom 7. auf den 3. Platz in den USA auf und war somit das weltweit größte Landmaschinenunternehmen. In Brasilien begann die Traktorproduktion 1961, als der Großteil der Bevölkerung noch auf dem Land lebte. Der erste Traktor lief in Taboão da Serra bei São Paulo vom Band. Das Jahr 1961 bedeutete das Ende der Regierung unter Präsident Juscelino Kubitschek mit seinem Motto „Fünfzig Jahre (Fortschritt) in fünf Jahren (Regierungszeit)“. Daher wurde der Traktor MF 50 getauft und später als „Little Fifty“ (kleiner Fünfziger) bekannt.

1962 wurde mit Multi-Power das branchenweit erste Getriebe, das Gangwechsel während der Fahrt ermöglichte, als Option für ausgewählte MF-Traktoren angeboten. Zu jener Zeit betrieb Massey Ferguson bereits 26 Werke in 9 Ländern der Welt!

Im Laufe des Jahres wurden neue Mähdreschermodelle wie MF 400 oder MF 500 in Großbritannien und MF 31 oder MF 86 in Deutschland eingeführt.
1963 wurde eine neue Ausbildungsstätte in Indianapolis, Indiana (USA) eröffnet und die Einführung einer neuen Mähdrescherbaureihe geplant. Um die neuen Modelle fertigen zu können, wurde 1964 ein neues Mähdrescherwerk in Ontario in Kanada eröffnet.

Außerdem wurde im Coventry-Werk Banner Lane eine neue Mähdrescherbaureihe eingeführt. Die Baureihe umfasste drei Modelle: MF 135, MF 165 und MF 175, auch bekannt als die „Roten Riesen“.

1965 erstreckte sich der Exportbetrieb von Coventry bereits auf 140 Länder, von denen der skandinavische Sektor den größten Markt darstellte.

Wieder einmal wurde 1965 der Umsatzrekord gebrochen, und die Position von Massey Ferguson als weltweit führender Traktorhersteller festigte sich durch eine Produktionssteigerung von 30.000 Stück pro Jahr.

In Großbritannien und Nordirland wurde ein neues Bürogebäude für 600 Mitarbeiter in Banner Lane eröffnet, und in den USA zog die MF-Chefetage von Detroit nach Des Moines, Iowa, um.

Im selben Jahr erwies sich das neue Druckregelsystem bei der fortschreitenden weltweiten Markteinführung als Erfolg.

1966 war die Zeit der Umstrukturierung des MF-Managements und für die Einführung vieler neuer Produkte wie den gezogenen Mähdrescher MF 405.

Zur Erweiterung von Massey Ferguson wurde in Italien bei Rom ein weiteres Fertigungswerk gebaut, 1967 eine neue Gießerei im australischen Sunshine sowie ein neues Montagewerk in Queretaro, Mexiko.

Zwischen 1962 und 1967 war die durchschnittliche Mitarbeiterzahl um mehr als 6000 gestiegen.

RT: Der ehrenwerte Vincent Massey, Vorsitzender von Massey Harris von 1921 bis 1925, verstarb im Jahr 1967.

1968 wurden einige der Roten Riesen mit größeren Motoren ausgerüstet – damals wurde der MF 175 zum MF 178.

1969 florierte der Massey Ferguson-Markt in Mexiko, der Exportmarkt brachte Rekordumsätze ein, und MF bemerkte eine schnell steigende Nachfrage nach Freizeitprodukten wie Schneemobile oder Gartentraktoren.

In der Tat ein denkwürdiges Jahrzehnt. Massey Ferguson freute sich bereits auf eine weitere Expansion in den 70er Jahren.