Die Neunzigerjahre begannen mit dem Ende einer Ära für Massey Ferguson, als der Hauptsitz des Unternehmens von Kanada in die USA nach New York verlegt wurde.
In Großbritannien entwickelte das MF-Werk Coventry die erfolgreiche Traktorbaureihe 300 – der MF 362 wurde mit einem neuen 12-Gang-Wendegetriebe mit SideShift-Schalthebel eingeführt.
Zudem wurde in diesem Jahr eine neue Reihe von Aufsitzmähern und Mähdreschern vorgestellt.
1991 begann für Massey Ferguson das 29. Jahr in Folge als meistverkaufte Traktormarke der westlichen Welt.
Zwei neue Hochleistungstraktoren, der MF 3690 und der MF 3670, wurden zusammen mit der neuen Active Transport Control im französischen Beauvais eingeführt, und die Abteilung MF Implements kündigte neue Arbeitsgeräte für Futter-, Heuernte- und Pflanzmaschinen an.
Mit der ersten Baureihe MF 900 wurden zu Beginn des Jahres neue Hochleistungslader eingeführt, und MF Industrial gliederte das Servotronic-Modell in die Reihe der Grabenbagger ein.
Im selben Jahr wurde auch der Mähdrescher MF 40RS „Rotary Separator“ mit Rotationsabscheider als Topmodell der Baureihe MF 30/40 vorgestellt.
Anfang 1991 legte ein MF 265 im Rahmen der „Track-Tour“ eine Strecke von 22.500 km von Großbritannien nach Simbabwe zurück. Dabei konnten über 25.000 € für die internationale Hilfsorganisation Oxfam gesammelt werden. Zu Ehren des TE20, der 1958 die Fahrt zum Südpol erfolgreich meisterte, wurde der Traktor Sue II getauft.
1992 feierte Massey Ferguson das 40-jährige Jubiläum seiner berühmten Ausbildungsstätte im englischen Stoneleigh.
In Beauvais kam das erfolgreiche Dynashift-Getriebe bei den MF 3600-Modellen auf den Markt, darunter auch der MF 3065 mit hervorragender Rundumsicht durch die steil abfallende Motorhaube.
In diesem Jahr wurden die zwei Allradtraktoren MF 372 und MF 382 mit Klimaanlage sowie die Mähdrescher MF 34 und MF 38 mit interaktivem Datendisplay eingeführt. Daniavision (später in Datavision umbenannt) war eine Überwachungsanlage, die neue Maßstäbe in der teilflächenspezifischen Pflanzenproduktion setzte.
1992 wurde MF Industrial an FERMEC verkauft, und der Vertrieb in Australien fusionierte mit einem führenden japanischen Hersteller zu Massey Ferguson Iseki Australien.
In Großbritannien war ein wichtiger Meilenstein erreicht, als der Traktormarktanteil seinen Höchststand seit 1983 erreichte, und in Nordamerika führte die Einführung des Dynashift-Getriebes zu einem beträchtlichen Umsatzwachstum beim Verkauf von Traktoren in der Leistungsklasse über 100 PS.
Die Traktoren MF 231 und MF 261 wurden 1993 in die Produktreihe eingegliedert, und neben sechs Modellen der Drehpflüge MF 715 und MF 725 wurde der MF 3120 eingeführt.
Gleichzeitig begann die Entwicklung eines neuen Unterstützungsprogramms für Europa und Nordamerika zur weiteren Verbesserung des Kundendienstes für die Besitzer von MF-Maschinen.
In Frankreich wurde der Hauptsitz von Massey Ferguson Finance SNC eingerichtet, in Moskau kam eine Vertriebsniederlassung hinzu, und in Pakistan wurde ein neues Montagewerk eröffnet. Die ersten Hochleistungstraktoren aus Beauvais wurden in Brasilien auf den Markt gebracht, und MF erwarb die Mehrheitsbeteiligung am dänischen Mähdrescherhersteller Dronningborg.
Eine der größten Änderungen für Massey Ferguson ereignete sich Mitte der Neunziger, als das Unternehmen 1994 von der US-amerikanischen AGCO Corporation gekauft wurde. AGCO war 1990 als weltweit einziger Hersteller gegründet worden, der sich ausschließlich auf Landmaschinen spezialisierte.
Bei MF nahm die Produktion unverändert ihren Lauf. Der neue Raupentraktor MF 356CF, speziell für den Plantageneinsatz geeignet, wurde in drei verschiedenen Breiten angeboten. Neben den Spezialtraktoren MF 304 S und F wurden die Rufe nach einer Erweiterung der Modellreihen lauter.
Im folgenden Jahr erhielten die neuen Traktorreihen MF 6100 und MF 8100 die „OEM-Auszeichnung für moderne und innovative Technik“ von der amerikanischen Society of Automotive Engineers (SAE).
Gleichzeitig feierte 1995 die Baureihe MF 9000 ihren Einstand mit dem Modell MF 9240, das ein Gewicht von fast zehn Tonnen auf die Waage brachte.
Im Werk Banner Lane lief das 100.000. Modell der beliebten Traktorreihe MF 300 vom Band, und der neue MF 390T wurde eingeführt.
1996 war ein erfolgreiches Jahr für das Massey Ferguson-Werk Banner Lane in Coventry. Hier feierte MF das 50-jährige Bestehen der Traktorproduktion und lies den 3-millionsten Traktor, einen MF 375E, vom Band. Dieser Meilenstein wurde mit einer Messe in der Coventry Cathedral zelebriert, und der „Save the Children“-Fonds in Simbabwe erhielt als Spende einen MF 375E-Traktor.
1996 wurde das Produktangebot um die neue Traktorbaureihe MF 304V (Weinbau) erweitert, und die MF-Technologie für die teilflächenspezifische Pflanzenproduktion wurde auf den Namen Fieldstar getauft.
Am 27. März 1996 besuchte Nelson Mandela die Massey Ferguson-Niederlassung in Südafrika.
1997 wurde die Baureihe MF 4200 eingeführt, die mit ihren acht Basismodellen die Kabinentraktoren der Baureihe MF 300 ablöste. In diesem Jahr wurde auch das Produktangebot um die Plattformversionen der Traktorbaureihen MF 6100 und MF 8100 erweitert. Das Werk Banner Lane erhielt 1997 seinen zweiten Queen’s Award für Exportleistungen, um seine hervorragenden Leistungen in der Agrarbranche zu würdigen.
In diesem Jahr wurde weltweit das 150-jährige Jubiläum seit der Gründung des heutigen Massey Ferguson-Unternehmens durch Daniel Massey gefeiert. Massey richtete sich 1847 im kanadischen Newcastle (Provinz Ontario) eine Werkstatt ein, um einfache Arbeitsgeräte für den Landbau zu konstruieren.
Die Feier setzte sich bis in die späten Neunziger fort, als 1998 das 60-jährige Jubiläum des ersten selbstfahrenden Mähdreschers von Massey Harris anstand.
Im selben Jahr wurde das MF-Traktorangebot um den MF 8170 erweitert, und in Barcelona wurde ein neues Ersatzteillager eröffnet.
Auch die erste Website von Massey Ferguson feierte 1999 ihr Debüt.
Die Baureihen MF 6200 und MF 8200 wurden im Sommer eingeführt, und Ende des Jahres kam die Mähdrescherbaureihe MF 7200 auf den Markt.